Thermische Solaranlage auf dem Dach, Quelle: BSW-Solar/Langrock

Kleinere solarthermische Anlagen für Ein- und Zweifamilienhäuser sind technisch ausgereift und als standardisierte Systeme auf dem Markt. Das ist bei großen Anlagen noch nicht so; die Marktanteile sind kleiner und das Systemspektrum breiter. Am Markt gibt es eine Vielzahl von Systemen und Lösungen und weniger vorgefertigte Baugruppen. Planer und Installateure  müssen sehr viel mehr spezielle Kenntnisse und Erfahrungen haben, um die Komponenten zu optimieren. Außerdem haben sie es mit zahlreichen Fehlerquellen sowie weitaus höheren Anforderungen an die Qualität zu tun. Die Überwachung der Anlagen ist schwieriger. Je mehr große Anlagen auf den Markt kommen, umso schneller sind auch standardisierte und vorgefertigte Systeme zu erwarten.

Große Solarthermieanlagen mit über 20 m2 Fläche liegen bei Systempreisen zwischen 400 und 900 Euro je m2 bei Flachkollektoren und bei mehr als 1.000 Euro je m2 bei Vakuumkollektoren, Planung und MwSt. eingeschlossen.  Je größer die Anlagen,
umso geringer sind die spezifischen Kosten.

Unter solarer Deckungsrate versteht man den Anteil am jährlichen Gesamtwärmebedarf eines Gebäudes, der durch die Solaranlage gedeckt wird. Mit solarer Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung kommt man auf 10 bis 20, höchstens auf 25 Prozent. Mit Hilfe saisonaler Langzeit-Wärmespeicher sind über 35 Prozent Deckungsrate möglich.

In Demonstrationsanlagen zur solarunterstützten Nahwärmeversorgung von Siedlungen mit Ganzjahreswärmespeichern werden Deckungsanteile von 50 Prozent erreicht. Das gelingt mit so genannter saisonaler Wärmespeicherung.  In der Praxis wurde die prinzipielle Funktionstüchtigkeit solcher riesigen, meist unterirdischen Speicher bestätigt. Die Nutzwärmekosten hängen von der Anlagengröße ab und liegen zwischen einem Nettopreis von etwa  0,17 bis zu 0,45 Euro je kWh einschließlich Planung und ohne Förderung.

Bei Solaranlagen in Hotels, Krankenhäusern oder Heimen zur reinen Trinkwassererwärmung liegen die  Nutzwärmekosten darunter, nämlich bei etwa 0,13 Euro je kWh.  Im Projekt Solarthermie2000 werden zahlreiche dieser großen Anlagen geprüft und gemessen. Die solare Wärmeernte liegt in einem Bereich zwischen 450 und 600 kWh je m² Kollektorfläche und Jahr.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.