50 m Prototyp des EuroTrough Parabolrinnenkollektors

Kalifornien ist das Mutterland der Parabolrinnenkraftwerke.  Neun dieser Anlagen sind dort seit über 20 Jahren in Betrieb mit über 350 Megawatt Leistung. Bisher haben diese kommerziell betriebenen solarthermischen Kraftwerke etwa 10 Terawattstunden (10 Milliarden Kilowattstunden) emissionsfreien Solarstrom geliefert.

Die kommerziell erprobte Technologie, hohe Sonneneinstrahlung und staatliche Förderung führten in Südspanien zu einem Investitionsboom und zum Baubeginn von sieben solarthermischen Kraftwerken mit insgesamt 350 Megawatt Leistung. Fünf von ihnen nutzen die Parabolrinnen-Technologie.

Mehrere lange Reihen parabolisch gekrümmter Spiegel bündeln das Sonnenlicht auf ein Absorberrohr. Die Spiegel oder Reflektoren aus beschichtetem Spezialglas   
werden im Tagesverlauf der Sonne einachsig um die nord-süd-orientierte Längsachse nachgeführt. Im Absorberrohr wird die konzentrierte Strahlungsenergie auf die durchströmende Wärmeträgerflüssigkeit übertragen. Das zirkulierende Thermo-Öl wird dabei auf Temperaturen bis zu 400° Grad Celsius erhitzt. Das Vakuum zwischen dem inneren Absorberrohr und einem äußeren Glasrohr erhöht den Wirkungsgrad. Über einen Wärmetauscher wird 300° bis 400° Grad heißer Wasserdampf erzeugt, der eine Turbine treibt und diese wiederum den Generator zur Stromerzeugung. Speichersysteme, wie z.B. riesige Tanks mit einer Kalium-/Natriumnitratmischung garantieren, dass die Turbine bei Abschattung oder auch nachts weiterläuft.

Wichtig ist die extrem genaue Montage der Komponenten. Die 150 Meter langen Parabolrinnen müssen millimetergenau justiert und dem Sonnenstand nachgeführt werden.
Mit der Massenfertigung von mehreren Millionen Quadratmetern Parabolrinnenfeldern und der wachsenden Langzeiterfahrung treten die Wettbewerbsvorteile deutlich hervor. Vergleichsweise geringer Materialeinsatz und die geringe Anzahl verschiedener Bauteile fördern die Massenfertigung und senken die Kosten. Der Forschungsverbundes Sonnenenergie (FVS) gibt solare Stromgestehungskosten von 10 bis 16  Euro-Cents pro erzeugter kWh an. Bis 2020 schätzt der FVS ein weltweites Marktvolumen von 15.000 MW.

Die ETI wird finanziert aus Mitteln des Ministeriums für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.